
Der Erfolg der Mission Dawn hängt entscheidend von den beiden Kameras, den “Augen” der Raumsonde, ab. Zum einen helfen die Kamerabilder dabei, die Sonde zu ihrem Ziel und in eine sichere Umlaufbahn um Vesta und Ceres zu navigieren. Zum anderen können die Wissenschaftler Vesta und Ceres nur anhand detallierter Aufnahmen gründlich charakterisieren. Die Raumsonde ist deshalb mit zwei identischen Kameras, Framing Camera 1 (FC1) und Framing Camera 2 (FC2), ausgestattet - nach dem Motto “doppelt hält besser”. Sollte eine Kamera im Verlauf der Mission ausfallen oder beschädigt werden, kann die zweite einspringen. Die Mission wäre dadurch nicht gefährdet.
Im Asteroidengürtel warten auf die beiden Kameras vielfältige Aufgaben: Sie sollen unter anderem Größe und Form der beiden Zielkörper bestimmen, die notwendigen Daten für topografische Karten liefern, nach Staub und Monden in der Umgebung von Vesta und Ceres Ausschau halten und Risse oder andere Anzeichen ehemaliger vulkanischer Aktivität auf der Oberfläche suchen. Zudem erlauben die Aufnahmen der Kameras Rückschlüsse auf die grobe mineralogische Zusammensetzung der beiden Asteroiden. Denn das Licht, das jedes Gestein ins All reflektiert, ist eine Art Fingerabdruck: Es setzt sich aus charakteristische Wellenlängen zusammen, die es erlauben, das Gestein genau zu identifizieren.
Um diese Wellenlängen möglichst genau zu bestimmen, enthalten die Kameras je ein Filterrad mit sieben Farbfiltern. Jeder Filter greift einen anderen Wellenlängenbereich aus dem reflektierten Licht heraus – und erzeugt so ein Bild in einem bestimmten Farbbereich.
Bevor das einfallende Licht das Filterrad erreicht, passiert es die Streulichtblende und den Obkektivtubus. Erst der Kamerakopf enthält das Filterrad und den CCD-Chip mit der zugehörigen Front End Elektronik (FEE) zum Auslesen des Chips. Zwei Radiatoren kühlen den CCD auf -60 Grad Celsius.

Belichtungszeiten: 1 Millisekunde bis 3,5 Stunden
Gesichtsfeld: 5,5 Grad mal 5,5 Grad
Speicher: 8 GBit dRAM
CCD-Sensor: 1024 Pixel mal 1024 Pixel
Filterrad: sieben schmalbandige und ein klarer Filter
Das Kamerasystem wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung entwickelt und gebaut. Das Institut für Planeten- forschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) steuerte die Front End Elektronik sowie den CCD bei. Das Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der Technischen Universität Braunschweig lieferte die Hauptelektronik der Kamera. Das Projekt wurde finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt. Während der Mission werden die Kameras von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau betrieben.

Die Ziele der Mission Dawn könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Vesta einst einen heißen Kern hatte, der Lava spuckte, war Ceres schon immer ein kalter Brocken, unter dessen Oberfläche sich gefrorenes Wasser erstrecken könnte. Zudem erlauben beide Körper einen Blick zurück zu den Anfängen des Sonnensystems: Ihre Entwicklung blieb in einer frühen Phase der Planetenentstehung stehen.

Dawn ist eine Mission der amerikanischen Weltraumagentur NASA, die in den nächsten Jahren die beiden Asteroiden Vesta und Ceres besuchen und jeweils eine Zeit lang begleiten wird. Ihr erstes Ziel, den Asteroiden Vesta, erreicht die Raumsonde Dawn im Sommer 2011. Voraussichtlich Ende Juli wird Dawn in eine Umlaufbahn um Vesta einschwenken und erste hochaufgelöste Bilder der Oberfläche liefern.

Der Erfolg der Mission Dawn hängt entscheidend von den beiden Kameras, den "Augen” der Raumsonde, ab. Die Kameras wurden unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der Technischen Universität Braunschweig entwickelt und gebaut.
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