
Mit Kratern besetztes Gebiet (7. Juni 2012): Diese Aufnahme der Framing Camera an Bord der NASA-Raumsonde Dawn zeigt ein von zahlreichen Kratern übersätes Gebiet in der nördlichen Hemisphäre. Auf dem Bild sind die unterschiedlichsten Krater in vielen verschiedenen Größen zu sehen. Sie variieren von weniger als einen Kilometer im Durchmesser bis etwa sieben Kilometer. Einige der Krater haben frische scharfe Ränder, was zeigt, dass sie relativ jung sind. Aber die meisten Krater haben erodierte, abgerundete Ränder, was darauf schließen lässt, dass sie älter sind. Rechts von der Bildmitte befindet sich eine Ansammlung kleiner Krater. Möglicherweise sind das Sekundärkrater, die durch Auswurfmaterial eines größeren Kraters entstanden sind. Die Nordhalbkugel Vestas weist mehr Krater auf als die südliche Hemisphäre, was darauf hinweist, dass die Oberfläche der nördlichen Hemisphäre älter ist als die der südlichen Hemisphäre. Je länger eine Oberfläche dem Bombardement von Meteoriten und Steroiden ausgesetzt ist, desto mehr Krater entstehen auf ihr und desto älter ist die Oberfläche. Das Gebiet liegt im Kartenblatt Bellicia in der nördlichen Hemisphäre. Die NASA-Raumsonde Dawn hat das Bild mit der Framing Camera unter Verwendung des Clear-Filters am 18. April 2012 aus einer Entfernung von 219 Kilometern während der LAMO-Phase (Low Altitude Mapping Orbit) aufgenommen. Das Bild hat eine Auflösung von etwa 20 Metern pro Bildpunkt. © NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Animation von Vesta in Farbe (6. Juni 2012): Für diese Farbanimation wurde ein Mosaik aus Aufnahmen verschiedener Farbfilter der Dawn-Framing Camera (FC) einem Geländemodell von Vesta überlagert. Dieses Geländemodell ist eine 3D-Darstellung der Topographie Vestas, die aus Aufnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln errechnet wurde. Die FC hat sieben Farbfilter, die es ermöglichen, Vesta in verschiedenen Wellenlängen aufzunehmen. In diesem Falls sind wir interessiert an Filter 2, der Vesta bei 440 nm aufnimmt, Filter 5 mit 750 nm und Filter 7 mit 920 nm. Nm steht für Nanometer (millionstel Millimeter) und ist eine Maßeinheit für die Wellenlänge des Lichts. Die Möglichkeit, Oberflächen in verschiedenen Wellenlängen aufzunehmen, verstärkt die Strukturen und Farben, die ansonsten möglicherweise für das menschliche Auge nicht erkennbar wären. Dieses Mosaik ist ein RGB-Farbkomposit von Vesta. In einem RGB-Bild zeigen die auf die Kanäle rot, grün und blau gelegten FC-Ratios aus zwei Filtern jeweils eine spezifische Charakteristik und sind zu einem Bild überlagert. In diesem Fall repräsentiert rot das Verhältnis (Ratio) der Helligkeiten der Wellenlängen von 750 nm zu 440 nm; grün stellt das Ratio der Helligkeiten von 750 nm zu 920 nm dar und blau das Ratio der Helligkeiten von 440 nm zu 750 nm. Die Verwendung dieser Ratios beruht auf spezifischen wissenschaftlichen Gründen. Grün zeigt die relative Stärke einer bestimmten mineralogischen Charakteristik, der Absorptionsbande von Eisen, bei 1000 nm an, so das helleres grün für eine hohe relative Stärke diese Bande und höhere Eisengahalte in den Mineralen steht. Die Mischung von rot und blau verstärkt das Farbspektrum des sichtbaren Lichts. Die Animation beginnt mit einem Blick auf Vestas Nordpol. Diese Region ist grau dargestellt, weil hier noch keine Aufnahmen von Dawn vorliegen. Aufgrund des breiten Farbspektrums ist klar, dass Vesta ein sehr facettenreicher Asteroid ist. Einige Gebiete mit Auswurfmaterial zeigen eine deutliche Rot-Orange-Färbung, wohingegen das Rheasilvia-Becken in der südlichen Hemisphäre weist eine starke Grün-Färbung auf. Das Rheasilvia-Becken ist eine Region mit stark Eisen absorbierendem Material, da grün die relative Stärke der Eisenabsorptionsbande anzeigt. Die NASA-Raumsonde Dawn hat die Bilder mit der Framing Camera im September und Oktober 2011 aus einer Entfernung von etwa 700 Kilometern während der HAMO-Phase (High Altitude Mapping Orbit) aufgenommen. Die Bilder haben eine durchschnittliche Auflösung von etwa 70 Metern pro Bildpunkt. Das Geländemodell wurde von Robert Gaskell (PSI) erstellt und die Animation von Dave O’Brien (PSI). © NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA