
Topographie und Albedo des Kraters Bellicia (5. Dez. 2011): Diese Aufnahme der Framing Camera an Bord der NASA-Raumsonde Dawn zeigt den Krater Bellicia, nach dem das gleichnamige Kartenblatt benannt ist, in dem sich der Krater befindet. Das linke Bild ist ein Albedo-Bild, das direkt durch dem Clear-Filter der Framing Camera aufgenommen wurde. Solch ein Bild zeigt die Albedo, also die Helligkeit oder genauer: das Rückstrahlvermögen der Oberfläche. Das Bild rechts hat das gleiche Albedo-Bild als Grundlage, ist aber von einer farbkodierten Darstellung der Höhen überlagert, um die Topographie darzustellen. Die verschiedenen Farben entsprechen dabei den Höhen. So zeigen die weißen/grauen und roten Gebiete in der unteren Hälfte die höchsten Punkte im Bild und die blauen Gebiete in der obere Hälfte im Bild die tiefsten. Der frische scharfe Rand des Kraters Bellicia, auf dem sich zwei weitere kleine Krater befinden, ist in beiden Bildern zu erkennen. Der Krater auf dem unteren Teil des Randes ist tief und liegt größtenteils im Schatten. Der Krater auf dem oberen Teil des Randes ist stark erodiert und nur als Störung im Kraterrand erkennbar. Dieser Krater auf dem Rand zeigt keinen klaren Unterschied in der Topographie in der höhenkodierten Darstellung. Es ist möglich, dass die meisten Bestandteile dieses Kraters in den Krater Bellicia gerutscht sind. Das Gebiet liegt im Kartenblatt Bellicia und die Bildmitte befindet sich bei 37,5° Nord und 45,8° Ost. Die NASA-Raumsonde Dawn hat das Bild mit der Framing Camera unter Verwendung des Clear-Filters am 29. Oktober 2011 aus einer Entfernung von 700 Kilometern während der HAMO-Phase (High Altitude Mapping Orbit) aufgenommen. Das Bild hat eine Auflösung von etwa 70 Metern pro Bildpunkt. Für die Bilder ist eine so genannte Lambert-Azimutal-Kartenprojektion verwendet worden. © NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Gesteine auf Vesta – Teil 3: Diogenit (4. Dez. 2011): Die so genannten HED-Meteoriten, benannt nach den Meteoritentypen Howardit, Eukrit und Diogenit, sind eine große Meteoritengruppe, von der man annimmt, dass sie von Vesta stammen: eine Hypothese, die mit den laufenden Beobachtungen der Dawn-Mission übereinstimmt. Die Diogenite stammen aus der unteren Kruste von Vesta und entsprechen in Textur und Zusammensetzung dem Gestein, dass wir in der tieferen Erdkruste finden. Die hier dargestellten Diogenite QUE99050 (links) und GRA 98108 (rechts) wurden in der Antarktis gefunden. Die weißen Balken im Bild entsprechen jeweils zwei Millimetern und verdeutlichen den Maßstab. Wenn polarisiertes Licht durch Dünnschliffe fällt, weisen die verschiedenen Minerale unterschiedliche, diagnostische Farben auf. QUE 99050 (links) besteht aus großen grauen und gelben Pyroxen-Kristallen (Magnesiumeisensilikat) und bildet eine Untergruppe der Diogenite, der Orthopyroxenit-Diogenite (Orthopyroxenit ist der Name des Gesteins, das vor allem aus dem Mineral Orthopyroxen besteht). GRA 98108 (rechts) hat eine mehr mafische (d.h. magnesium- und eisenreiche) Mineralogie, besteht aus etwa gleichen Teilen Pyroxen und dem viel helleren Olivin, ein siliziumarmen Eisen-Magnesiumeisen-Silikat. Von diesem olivinreichen „Harzburgit-Diogenit“ (als Harzburgit bezeichnet man Gestein, das aus einer Mischung der Minerale Orthopyroxen und Olivin besteht) nimmt man an, dass er der am tiefsten aus der Kruste Vesta stammende Meteorit der irdischen Meteoritensammlung von Vesta ist. Diogenite wie diese machen einen Teil der tieferen Kruste Vestas auf. Ihre Zusammensetzung kann mit den Messungen der verschiedenen Instrumente an Bord von Dawn verglichen werden, zum Beispiel mit den Spektren des Experiments VIR (Visible and Infrared Imaging Spectrometer) zur Bestimmung der Mineralogie, oder den Beobachtungen von GRaND (Gamma Ray and Neutron Spectrometer) und dienen damit der Kalibration und Interpretationen der Daten dieser Instrumente. Ähnliche Gesteine wurden vermutlich bei großen Einschlägen ausgeworfen, wie bei dem Einschlag, der das Rheasilvia-Becken an Vestas Südpol formte. © Hap McSween (University of Tennessee), and Andrew Beck and Tim McCoy (Smithsonian Institution)