
Die Raumsonde Dawn erreicht im Sommer dieses Jahres ihr erstes Ziel, den Asteroiden Vesta. Grafik: NASA/JPL-Caltech/UCLA
04.05.2011
Nur noch weniger als drei Monate Flugzeit und etwa 1,2 Millionen Kilometer trennen die Raumsonde Dawn der amerikanischen Weltraumagentur NASA von ihrem ersten wissenschaftlichem Ziel: dem Asteroiden Vesta, der jenseits der Umlaufbahn des Mars im so genannten Asteroidengürtel um die Sonne kreist. Die Mission ist in ihre offizielle Anflugphase eingetreten; die Raumsonde wird nun beginnen, auch mit Hilfe des Kamerasystems an Bord zu navigieren. Die Weltraumkameras werden von Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung betrieben.
Seit ihrem Start im September 2007 bestimmte die Raumsonde Dawn ihren Kurs in erster Linie durch Radiosignale: Das Dawn-Team ermittelte dafür die Laufzeit des Signals zwischen der aktuellen Position der Sonde und der Erde. Doch seit sich die Mission ihrem ersten Ziel nähert, sind auch die Anforderungen an die Navigation gestiegen. Hier können die Bilder des Kamerasystems an Bord helfen. Denn auf diesen Aufnahmen können die NASA-Ingenieure die Position des Asteroiden Vesta in Relation zu bekannten Sternen genau erkennen und so die Flugbahn der Sonde überprüfen und gegebenenfalls korrigieren.
In den nächsten Monaten wird das internationale Dawn-Team mit Hilfe der Kamerabilder zudem in der Umgebung von Vesta nach Monden suchen. Zwar konnten weder erdgebundene noch weltraumgestützte Teleskope bisher Monde aufspüren. „Doch das Kamerasystem von Dawn wird nun deutlich detailliertere Bilder liefern können - und möglicherweise einen bisher unbekannten Trabanten entdecken", hofft Dr. Andreas Nathues vom MPS, Leiter des Kamera-Teams.
Nach der Ankunft der Raumsonde am Asteroiden Vesta im Juli dieses Jahres wird Dawn diesen Körper etwa ein Jahr lang begleiten. Ihr zweites Ziel, den Asteroiden Ceres, erreicht die Mission 2015. Beide Körper werden Wissenschaftlern helfen, die Geheimnisse um die frühe Entwicklungsgeschichte unseres Sonnensystems zu ergründen. Ziel der Mission ist es, beide Asteroiden, die sich völlig verschieden entwickelt haben, zu vergleichen. Die Instrumente an Bord der Sonde werden zu diesem Zweck Oberflächenzusammensetzung, -beschaffenheit und Topografie der Asteroiden bestimmen. Zudem erlauben Messungen der Gravitationskraft Rückschlüsse auf die innere Struktur von Vesta und Ceres.
Die Mission DAWN wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen
Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California
Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los
Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das
Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des
Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in
Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Es besteht aus zwei identischen Kameras. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

Die Ziele der Mission Dawn könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Vesta einst einen heißen Kern hatte, der Lava spuckte, war Ceres schon immer ein kalter Brocken, unter dessen Oberfläche sich gefrorenes Wasser erstrecken könnte. Zudem erlauben beide Körper einen Blick zurück zu den Anfängen des Sonnensystems: Ihre Entwicklung blieb in einer frühen Phase der Planetenentstehung stehen.

Dawn ist eine Mission der amerikanischen Weltraumagentur NASA, die in den nächsten Jahren die beiden Asteroiden Vesta und Ceres besuchen und jeweils eine Zeit lang begleiten wird. Ihr erstes Ziel, den Asteroiden Vesta, erreicht die Raumsonde Dawn im Sommer 2011. Voraussichtlich Ende Juli wird Dawn in eine Umlaufbahn um Vesta einschwenken und erste hochaufgelöste Bilder der Oberfläche liefern.

Der Erfolg der Mission Dawn hängt entscheidend von den beiden Kameras, den "Augen” der Raumsonde, ab. Die Kameras wurden unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der Technischen Universität Braunschweig entwickelt und gebaut.
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