
Diese Aufnahme des Asteroiden Vesta gelang dem Kamerasystem an Bord der NASA-Raumsonde Dawn am 17. Juli 2011 aus einer Entfernung von etwa 15 000 Kilometern. Ein Pixel entspricht in etwa 1,4 Kilometern. Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
18.07.2011

Dieses Falschfarben-Bild des Asteroiden Vesta wurde am 9. Juli 2011 mit Hilfe des Kamerasystems an Bord der Raumsonde Dawn aufgenommen. Das Licht, das Vesta ins All reflektiert, enthält viele Anteile im Infraroten, die für das menschliche Auge unsichtbar sind. Das Kamerasystem an Bord kann diese Informationen dennoch verarbeiten. In diesem Bild wurden die Farben so gewählt, dass die spektralen Unterschiede auf der Oberfläche des Asteroiden möglichst gut zur Geltung kommen. Die Farben geben deshalb nicht Vesta's wirkliches Aussehen wieder. Bild: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
Nachdem die NASA-Raumsonde am vergangenen Samstag an ihrem ersten wissenschaftlichen Ziel, dem Asteroiden Vesta, angekommen ist, hat das Kamerasystem an Bord nun erste Nahaufnahmen geliefert. Die Bilder, die zu Navigationszwecken aufgenommen wurden, zeigen den Asteroiden detaillierter als je zuvor. Als die Raumsonde in die Umlaufbahn um den Asteroiden eintrat, trennten sie nur noch etwa 16 000 Kilometer von dem Himmelskörper. Die Ingenieure der Dawn-Mission haben als Zeitpunkt des Einfangs den 16. Juli um etwa 7 Uhr berechnet.
„Mit derselben Anmut, die Dawn auch schon beim interplanetaren Flug der vergangenen Jahre demonstriert hat, ist die Sonde nun auch in die Umlaufbahn eingeschwenkt“, sagt Marc Raymond, Dawn's Chefingenieur und Projektleiter der Mission am Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA. „Es ist sehr aufregend, dass wir nun erste, detaillierte Bilder einer der letzten unerforschten Welten im inneren Sonnensystem sehen werden.“
Obwohl das Einschwenkmanöver abgeschlossen ist, wird die Anflugphase noch weitere drei Wochen dauern. Während dieser Zeit wird das Dawn-Team weitere Navigationsbilder aufnehmen, Vesta's physikalische Eigenschaften untersuchen und Daten zur Kallibration sammeln.
Zudem bereiten sich die Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung nun intensiv auf Aktivitäten der kommenden Wochen vor. So haben sie etwa erste Falschfarben-Bilder des Asteroiden erstellt. Solche Bilder sind bei der Bestimmung der mineralogischen Zusammensetzung der Oberfläche hilfreich. Denn das Licht, das Vesta ins All reflektiert, enthält viele Anteile im Infraroten. Diese elektromagnetische Strahlung ist zwar für das menschliche Auge unsichtbar, das Kamerasystem kann sie dennoch erkennen. Um diese Informationen und die dazugehörigen mineralogischen Unterschiede auf der Oberfläche sichtbar zu machen, werden die aufgenommenen Frequenzen in den sichtbaren Bereich verschoben, so dass ein Farbbild entsteht.
Die NASA-Raumsonde Dawn ist seit 2007 unterwegs zum Asteroiden Vesta und wird ihn nun etwa ein Jahr lang begleiten. Vesta ist der erste Protoplanet, der Ziel einer Weltraummission ist. Wissenschaftler erhoffen sich von dem Asteroiden Erkenntnisse über die frühe Phase der Planetenentstehung.
Die Mission DAWN wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen
Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

Die Ziele der Mission Dawn könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Vesta einst einen heißen Kern hatte, der Lava spuckte, war Ceres schon immer ein kalter Brocken, unter dessen Oberfläche sich gefrorenes Wasser erstrecken könnte. Zudem erlauben beide Körper einen Blick zurück zu den Anfängen des Sonnensystems: Ihre Entwicklung blieb in einer frühen Phase der Planetenentstehung stehen.

Dawn ist eine Mission der amerikanischen Weltraumagentur NASA, die in den nächsten Jahren die beiden Asteroiden Vesta und Ceres besuchen und jeweils eine Zeit lang begleiten wird. Ihr erstes Ziel, den Asteroiden Vesta, erreicht die Raumsonde Dawn im Sommer 2011. Voraussichtlich Ende Juli wird Dawn in eine Umlaufbahn um Vesta einschwenken und erste hochaufgelöste Bilder der Oberfläche liefern.

Der Erfolg der Mission Dawn hängt entscheidend von den beiden Kameras, den "Augen” der Raumsonde, ab. Die Kameras wurden unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der Technischen Universität Braunschweig entwickelt und gebaut.
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