
Diese Aufnahmen des Asteroiden Vesta wurden am 20. Juni 2011 aus einer Entfernung von etwa 189.000 Kilometern aufgenommen. Bilder: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA
23.06.2011
Obwohl noch etwa 189.000 Kilometer vom Asteroiden Vesta entfernt zeigen die jüngsten Bilder des Kamerasystems an Bord der NASA-Raumsonde Dawn eine äußerst abwechslungsreiche Oberflächenstruktur. „Das Kamerasystem dient in dieser frühen Phase der Mission zwar in erster Linie der Navigation. Doch schon jetzt lassen die Bilder zunehmend eine neue, einzigartige Welt erkennen“, sagt Dr. Andreas Nathues vom Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS), wissenschaftlicher Leiter des Kamerateams.
Auf den neuesten Bildern sind nun erste Oberflächenstrukturen zu sehen. „An mehreren Stellen auf der Oberfläche zeigen sich bereits Strukturen, bei denen es sich möglicherweise um Krater handeln könnte“, so Dr. Holger Sierks vom MPS, Co-Investigator der Mission, der zudem verantwortlich für die Entwicklung der Kamera war. In den nächsten Wochen wenn sich Dawn dem Asteroiden weiter genähert haben wird, werden die Wissenschaftler diese ersten Analysen genauer prüfen können.
Die NASA-Raumsonde Dawn ist seit 2007 unterwegs zum Asteroiden Vesta. Am 16. Juli dieses Jahres wird die Sonde vom Asteroiden Vesta eingefangen und ihn anschließend etwa ein Jahr lang begleiten. Die Mission Dawn ermöglicht es somit zum ersten Mal, einen großen Körper im Asteroidengürtel über einen längeren Zeitraum hinweg zu untersuchen. Zudem ist Vesta der erste Protoplanet, der Ziel einer Weltraummission ist. Wissenschaftler erhoffen sich von dem Asteroiden Erkenntnisse über die frühe Phase der Planetenentstehung.
Die Mission DAWN wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen
Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California
Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los
Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich. Das
Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des
Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau in
Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig entwickelt und gebaut. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und NASA/JPL unterstützt.

Die Ziele der Mission Dawn könnten unterschiedlicher nicht sein: Während Vesta einst einen heißen Kern hatte, der Lava spuckte, war Ceres schon immer ein kalter Brocken, unter dessen Oberfläche sich gefrorenes Wasser erstrecken könnte. Zudem erlauben beide Körper einen Blick zurück zu den Anfängen des Sonnensystems: Ihre Entwicklung blieb in einer frühen Phase der Planetenentstehung stehen.

Dawn ist eine Mission der amerikanischen Weltraumagentur NASA, die in den nächsten Jahren die beiden Asteroiden Vesta und Ceres besuchen und jeweils eine Zeit lang begleiten wird. Ihr erstes Ziel, den Asteroiden Vesta, erreicht die Raumsonde Dawn im Sommer 2011. Voraussichtlich Ende Juli wird Dawn in eine Umlaufbahn um Vesta einschwenken und erste hochaufgelöste Bilder der Oberfläche liefern.

Der Erfolg der Mission Dawn hängt entscheidend von den beiden Kameras, den "Augen” der Raumsonde, ab. Die Kameras wurden unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung in Zusammenarbeit mit dem Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt und dem Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze der Technischen Universität Braunschweig entwickelt und gebaut.
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